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POEMS GROUP 2: TRANSITIO

Category 4: Endzeit

Section Index


  1. Fragmente
  2. Zu guter Letzt
  3. Übergang


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Phil John Kneis:
TRANSITIO - ENDZEIT I:
FRAGMENTE
Špindlerův Mlýn, February 8th, 1995 - P#19



PROLOGOS

Zugeteilt
Ist die Zeit,
Angefragt
Ist die Tat.
Gedanken
Sind Schranken.
Sie öffnen
Und schließen.
Ist Leben
Nicht Streben?
Ist Leben
Nicht Geben?




I.
Fragmente des Lebens,
Sie warten vergebens
Auf eine Zuflucht,
Und wer auch wohl sucht
Ein einfaches Sein,
Er bleibet allein.

II.
Allein, weil zu spät:
Die Zeit schon vergeht
Und klaget stets an,
Den, der nicht getan,
Was möglich wohl war,
Und doch nicht geschah.

III.
Allein, weil zu früh:
Der Geist hatte Müh',
Alles zu fassen
Und loszulassen
Von alter Begier
Und anderer Zier.

IV.
Allein, weil zu schnell:
Es ist ja schon hell,
Doch schlafen tat er,
Sah nicht das Wunder,
Das täglich vollbracht,
Der Leben gemacht.

V.
Allein, weil zu träg':
Zu steil war der Weg,
Zu kostbar die Kraft,
Nichts wurde geschafft,
Stets nur bedacht
Und Sorgen gemacht.

VI.
Zu spät und zu früh,
Er schaffte es nie,
Zu träg' und zu schnell,
Sein' kleinste Zell'
Zerdachte zu viel
Und vergaß das Ziel.




EPILOGOS

Am Ende des Denkens,
Des Planens und Lenkens,
Soll stehen die Tat,
Und nicht der Verrat
An Gaben und Sein.
Nichts zählet der Schein,
Experimente
Sind nur Fragmente.



PJK
April 12th, 1999







Phil John Kneis:
TRANSITIO - ENDZEIT II:
ZU GUTER LETZT
Hermeskeil, December 1st, 1995 - P#18



PROLOGOS

Im Ende darf nichts sein
Ödland und Leere,
Verfluchet sei falscher Schein,
Erstrebet die Ehre.
Nichts ist mehr wert
Als Sein und Streben.
Daraus besteht
Ein Menschenleben...




I.
Das menschliche Leben,
Es fließet dahin,
Doch ist es gegeben
Zu suchen den Sinn
Der Schöpfung, das Wesen,
Das alles erdacht,
Das All soll genesen
Kraft lebender Macht.

II.
Vielseitig ist alles,
Verwundbar und zart,
Bewußt seines Falles,
Der überall harrt.
Nichts ist hier irreal,
Kein Leben vergeht,
Ohne daß möglich war
Zu sagen: Es geht!

III.
Ohn' Wahrheit ist alles
Lebendig doch tot,
Das Ende des Walles
Bleibt letztlich der Tod.
Doch nur die Erkenntnis
Bringet das Leben.
Das Sein, es ist Gleichnis
Und ist uns gegeben.

IV.
Gegeben der Menschheit,
Pflanzen und Tieren.
Ein Weg nur ist Wahrheit,
And're nur führen
In Irre und Schicksal.
Uns ist gegeben
Die Gabe der Auswahl:
Tod - oder Leben.

V.
Das Sein niemals endet
Wie Asche und Staub,
Kein Leben verendet
Wie trockenes Laub.
Denn nichts ist vorüber,
Auch, wenn es so scheint,
Und nichts ist hinüber,
Wenn jeder es meint.

VI.
Das All ist gewaltig
Und trostlos und leer,
Doch Gott ist allmächtig
Und Leben Sein Heer.
Wir können vertrauen,
Nichts ist Ihm egal,
Wir können Ihn schauen,
Denn Er ist real.




EPILOGOS

Denn alle Bereiche,
Sie zeigen ihn an,
Der Glaube nie weiche
Dem mächtigen Bann
Von Unruh und Unrat.
Uns ist gegeben
Auch der Wille zur Tat:
Wir sollen leben!



PJK
April 12th, 1999







Phil John Kneis:
TRANSITIO - ENDZEIT III:
ÜBERGANG
Hermeskeil, November 16th, 1995 - P#17

I.
Vollbracht ist das Werk,
Erklommen der Berg,
Gesungen das Lied,
Wohl dem nun, der sieht
Anfang und Ende.
Freies Gelände
Tut sich nun auf:
In all seinem Lauf
Das Schicksal beginnt
Und wieder verrinnt.

II.
Das Leben - vorbei,
Wie ein stummer Schrei
Der Sterbende ruft,
Er ringet nach Luft
Und klammert sich fest.
Der Körper verläßt
Den fertigen Geist,
Der langsam jetzt kreist
Im Alles und Nichts
Des Dunkels und Lichts.

III.
Hier endet er nun,
Der Mensch, all sein Tun,
Jetzt wird offenbart,
Welch Seele verharrt
Und ist wohl bereit
Zu prägen die Zeit
Des späteren Lebens.
Nichts ist vergebens,
Wenn all unser Sein
War reiner als Wein.

IV.
Am Anfang war Stille
Als auch der Wille
Zu pflanzen sich fort,
Zu schaffen den Ort,
Der Nachwuchs kreiert.
Nicht einer verliert
Das göttliche Spiel.
Er ist infantil
Und liebend zugleich,
Und groß ist sein Reich.

V.
Das irdische Sein
Ist Probe allein,
Es qualifiziert
Und manifestiert
Den Willen zum Tun.
Hier gibt es kein Ruh'n,
Das schöpferlos ist.
Denn Gott nie vergißt,
Was wäre verlor'n,
Wenn niemand gebor'n.

VI.
Vielfalt ist Leben,
Nichts ist gegeben,
Alles erschaffen,
Keinerlei Waffen
Können vernichten,
Worte errichten
Welten und Leben,
Kluge vergeben,
Hegen und pflegen,
Liebe ist Leben.



PJK
April 12th, 1999





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