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POEMS GROUP 1: PROGRESSIO

Category 2: Evolutionen

Section Index


  1. Per Aspera ad Astra
  2. Syllogy I: Ode an Terra
  3. Träumen und Streben


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Phil John Kneis:
PROGRESSIO - EVOLUTIONEN I:
PER ASPERA AD ASTRA
AKA FUTURE TIME
Eichwalde, September 30th, 1992 / 2nd version November 24th, 1996 - P#4

I.
Stille herrschet im All,
Noch gibt es keinen Schall,
Die Macht aller Sterne
In zeitlicher Ferne,
Die Materie, das Wesen,
Sie sind alle erlesen,
Erst später zu sein.
Dunkelheiten schrein',
Suchen nach Licht,
Finden es nicht,
Doch forschen und streben,
Entdecken das Leben
Des tiefen Alls,
Des Wortes Schalls,
Welten der Sterne,
Zeiten der Ferne,
Die jetzt nun entsteh'n.
Momente vergeh'n,
Die letzten der Ruhe.
Jetzt öffnet die Truhe
Der Schöpfung sich laut,
Ein Werk ja erbaut
Nun ER,
Ein Meer,
Bestehend aus Licht,
Stets emsig erpicht
Zu breiten sich aus,
Zu schaffen ein Haus
Von Leben und Tun,
Nichts kann hier mehr ruh'n.

II.
Stille herrschte im Weltenall
In fernen Zeiten ohne Schall.
Gebrochen sie nun,
Geboren das Tun,
Ein emsiges Streben,
Als würde es leben,
Erfaßt jetzt alles, was überall ist,
Damit es seine Existenz vergißt,
Zu Neuem wird.
Ein Teilchen schwirrt
Vorbei und trifft
Auf Gegengift,
Existierte, Vergessen, Vernichtet:
Ein neues Werk ist endlich verrichtet.
Aus Materie wird Licht,
Nur verschwindet sie nicht,
Doch breitet sich aus,
Entfliehend dem Graus',
Dem Herd ja entronnen:
Ein Sein hat begonnen.
Die Schönheit des Alls,
Des feurigen Balls,
Ziehet hinaus in den Raum
Mit langsam erkaltendem Saum.
Mächtig und bloß,
Klein, doch bald groß,
Schaffend Gesetze,
Doch ohne Hetze:
Geschaffen ist diese Zeit,
Doch bleibet das Ende weit.

III.
Die Größe des Feuers kann noch nicht reichen,
Mächte und Flammen den Raum jetzt erweichen,
Der noch leer,
Schwarz wie Teer,
Unendlich weit
In Dunkelheit,
Ein blankes Nichts,
Gegner des Lichts,
Das jetzt geschwind' naht,
Zu säen die Saat,
Die keiner gesät,
Die nicht ist verweht,
Die jetzt noch nicht ist,
Doch keiner vergißt
Später das Leben,
Das bald gegeben
Wenn die Zeit ist da,
Noch ist sie ja rar.
Das All bläht sich auf
Zu folgen dem Lauf,
Den gegeben die Zeit
Bis hin zur Ewigkeit.
Endlos verfließet die Zeit,
Prägend die Vergangenheit,
Formend die Realität,
Und wenn sie einmal vergeht,
Hat sie ein Ziel,
Das zählet viel:
Geprägt von Risiko und Vernunft
Harret am Ende die Zukunft...

IV.
Materie dreht sich im Raum,
An dem es ermangelt noch kaum.
Strahlend hinaus das ganz neue Licht,
Das alte aber erlebt es nicht.
Sterne erstrahlen hell und heiß,
Von hell glänzend' lichtem Weiß
Bis hin zu betörendem Rot,
An Farben herrscht hier keine Not.
Neue entstehen,
Alte vergehen,
Mal friedlich, mal nicht,
Verlöscht bald ihr Licht.
Doch neues kommt wieder,
Legt sichtbar sich nieder
In düsterem Raum
Und wogendem Schaum.
Inseln entstehen, Inseln aus Licht,
Der nächste Akt nun der Schöpfung spricht.
Galaxien sich drehen,
Ihre Strahlen nun wehen
Durch leuchtendes All.
Verklungen der Hall,
Der baut diese Welt,
Doch stehet das Zelt,
Es bleibet ja fest,
Ein sicheres Nest,
Wenn keiner denn es wagt,
Wenn's keinem je behagt
Zu töten diese Welt
Für eine Handvoll Geld.

V.
Eine Wolke dreht sich im Raum,
Besteht aus feinem Teilchenflaum,
Begrenzt durch reines Nichts,
Schöpfer des späten Lichts,
Und Planeten entstehen,
Meteore vergehen,
Ein redliches Streben,
Wo rege das Leben
Bald ist hier geboren
Und wird auserkoren
Zu lieben das All,
Zu hören den Schall,
Zu nutzen, was ist,
Manch einer vergißt,
Daß nur diese Welt
Das Leben erhält,
Und der die Welt erschuf
Hört ihren Klageruf,
Wenn blutend und schwach,
Ohn' schützendes Dach,
Am Boden sie liegt,
Vom Menschen besiegt,
Den sie doch geschaffen,
Wie Wale und Affen.
Sterne und Licht
Erleben nicht
Der Kinder Huld,
Doch Ungeduld.
Im Geiste werdend so groß -
Zu schaffen Waffen einst bloß ?

VI.
Die Strahlen der Sonne ziehen vorbei,
Sie folgen den Bahnen geschwinde und frei,
Fliegend in großen Scharen nur,
Vorbei an Venus und Merkur.
An einem Planeten vorüber sie zieh'n,
Der ja ihre Nähe kann atmend auch spür'n.
Es atmen Meere, Lüfte und Land,
Wüsten und Steine, staubiger Sand.
Im Schatten der Bäume
Erzählen hier Träume
Von friedlichem Glück,
Sie denken zurück
An ihre Vergangenheit,
Fern jeder modernen Zeit.
Doch nicht nur Träume leben ja hier,
Das wissen Menschen, Pflanzen und Tier,
Die mannigfaltig alle nun sind,
Doch ebenso ja des Schöpfers Kind.
Denn grausame Zeiten,
Die Sorge bereiten,
Sie gehen vorbei
Nicht ohne den Schrei
Von Angriff und Mut,
Verzweiflung und Wut.
Doch Menschen sind
Der Schöpfung Kind.
Sie erhielten Vernunft,
Zu schaffen die Zukunft,
Sowie die Macht zum Behüter des Alls
Schon seit den Zeiten des mächtigen Schalls.



PJK
April 12th, 1999







Phil John Kneis:
SYLLOGY I
PROGRESSIO - EVOLUTIONEN II:
ODE AN TERRA
Eichwalde, October 17th, 1991 / 2nd version November 22nd, 1996 - P#3

I.
Die Strahlen der Sonne ziehen vorbei,
Sie folgen den Bahnen geschwinde und frei,
Fliegend in großen Scharen nur,
Vorbei an Venus und Merkur.
An einem Planeten vorüber sie zieh'n,
Der ja ihre Nähe kann atmend auch spür'n.
Das Blau der Meere umgibt sanft das Weiß
Der kalten Wolken aus flockigem Eis.
Jetzt kommt heran auf geschwungener Bahn
Der Erden Bruder und treuer Kumpan.
Und Lunas Schatten streift in den Raum,
Berührend leise der Schwester Saum,
Die ruhig voll Anmut und stetig sich dreht,
Von Winden und Strahlen der Sonne umweht.
Das Glänzen des Zentrums spiegelt sich hier,
Als wäre ja Terra des Sterns einz'ge Zier,
Ist sanft sie gebettet in finsteren Raum,
Blüht wie eine Knospe am riesigen Baum,
Und ohne zu irren zieht sie ihre Bahn,
Die niemand und nichts je erschüttern wohl kann.
Geschaffen vor geduldiger Zeit,
Umkreiset sie ja ganz ohne Neid
Den riesigen Stern,
Der leuchtet so fern.
Die Ruhe des Alls,
Gefährtin des Balls,
Begleitet Terra, wo sie auch ist,
Bis einst beendet sein wird die Frist,
Bis der Tod hat erhalten seinen Tribut,
Bis die Sonn' mit den Welten in Frieden ruht.

II.
Das Wasser tobet, die Brandung zischt,
Geschwinde hoch spritzet weiße Gischt.
Am Strande bleibt nun einsam zurück,
Das Meer sieht's mit zufriedenem Blick,
Ein Sandkorn, mehr nicht,
Nun sieht es das Licht.
Fast ist's schon verweht vom kräftigen Wind,
Es liegt wie ein neu geborenes Kind
Aus Felsen und Stein,
Nur kann es nicht schrei'n.
Das Wasser kehrt wieder,
Legt diesmal auch nieder
Zerriebenen Stein,
Dann kehrt es erst heim.
Der Wind bald ergreift mit gewaltiger Macht
Die Gabe des Wassers, er hebet sie sacht,
Schon fliegt sie hoch oben, bald wieder tief,
Nahet dem Lande, das bisher nur schlief.
Aus des Berges Kessels ja düsterem Schlund,
Vom Rauch eine Wolke schnell tut es uns kund,
Quillt munter empor
Und schießt schnell hervor
Ein Strahl des glühend' und fließend' Gesteins,
Ein grauenhaftes Geschöpf, so erscheint's.
Zaghaft betritt es des Berges Saum,
Langsam erweiternd so dessen Raum,
Und gleitet hinab
In feurigem Trab.
Langsam erstarrend, verbleibet jetzt nur
Ein' dunkelgraue, erkaltende Spur.

III.
Bedächtig kommt aus dem Boden hervor
Ein grüner Halm, den Terras Schoß erkor.
Freudig empfängt er das Sonnenlicht,
Auf dessen Wärme er so erpicht.
Die Erde begrüßet den ganz neuen Gast,
Der auf ihr will suchen erquickende Rast.
Gewährend ihm Raum,
Dem werdenden Baum,
Und so schafft sie Zuflucht
Für den, der sie sucht,
Und läßt sie ihn wachsen, wo sicher er steht,
Und viel ja der schöpferisch' Zeit schnell vergeht.
Bald ist schon der Halm dann ein kräftiger Stamm,
Wird trotzen des Feuers zerstörender Flamm',
Nicht fürchten der Winde und Wasser Gewalt,
Wird bilden selbst einen ja sicheren Halt,
Zu bergen der Blätter grünende Kron',
Zu bilden der Vögel sicheren Thron. ---
Die Wiese blüht,
Vorbei nun zieht
Der Blumen betörender Duft,
Mit Anmut erfüllt er die Luft.
Die Erde ist nunmehr ein farbiges Meer,
Nicht mehr denn wie vorher so öde und leer,
Nun leuchtet sie ständig so hell und so weit,
Ausstrahlend ja Schöpfung und so Fröhlichkeit.
Die Wolken ziehen geschwinde und frei,
Schauend ja stets auf die Erde dabei,
Der Leben nun den Atem gibt,
Der jetzt durch alle Lüfte stiebt.

IV.
Aus dem Wasser stößt eine Dampfwolk' hervor,
Ihr folgt der Delphine froh spielender Chor,
Sanft sie durchschneiden des Meeres Flut,
Schnell sie durchqueren das Wasser gut,
Gebend der Welt ihre Fröhlichkeit,
Die sie besitzen für alle Zeit.
Die Möwe, verwundert sieht sie jetzt hinab,
Die Wale verschwinden in munterem Trab,
Der Vogel geschwinde landeinwärts nun fliegt,
Vom salzigen Winde des Meeres gewiegt. ---
In ruhender Pose auf glühendem Sand,
Da lieget ein Löwe, vom Schlafe gebannt.
Plötzlich doch steht rasch er auf,
Erhebt sich zum schnellen Lauf,
Hält plötzlich an,
Kaum Zeit verrann,
Doch - er spitzt jetzt die Ohren,
Die Gazell' ist verloren,
Schon ist es vorbei,
Jetzt hält sie der Leu
Mit scharfer Krall',
Lang ist der Hall,
Als des Siegers Ruf erschallt. ---
Es wird langsam Abend bald.
Die Sonne errötet über dem Meer,
Bald ist der Himmel so schwarz wie von Teer,
Die Sterne leis' blinken,
Von fern her sie winken.
Viele erwarten den kommenden Tag,
Der sicher und bald auch beginnen mag.

V.
Die Sonne gießt ihre Strahlenglut
Auf blauen Meeres glänzende Flut;
Die Wogen schaukeln den kleinen Kahn,
Der langsam ziehet auf seiner Bahn.
Der Hafen ist nah,
Und bald ist er da.
Freudig empfängt ihn die kleine Stadt,
Die heute ihren Geburtstag hat.
Der Hafen wimmelt vor Leut',
Gar viele kommen von weit.
Die Farben der Menschen erfüllen die Stadt,
Im sonnigen Lichte nun leuchten sie matt.
Aus düsteren Häusern sie kommen hervor,
Ein' leuchtende Fahne jetzt hebend empor,
Die Fahne der Freiheit ja und ihres Glücks,
Bejubelnd sie alle zufriedenen Blicks.
Das Schiff läuft in den Hafen nun ein,
Begrüßt wird es durch Jubeln und Schrein,
Die Segel flattern im stürmischen Wind,
Der fordernd treibend sie streichelt gelind.
Nun fährt er mit schneller, grober Gewalt
Auch über der Häuser hohe Gestalt.
Welche, sich aus dem Boden erhebend,
Scheinen, daß selten nur sie erbebend,
Sehen sie jetzt auf die Erde hinab,
Die Raum dem Menschen zum Leben ja gab.
Geformt hat diesen die mächtige Zeit,
Nun ist zum Formen er selbst wohl bereit.
Gewachsen ist er zum mächtigen Mann -
Was will er nun sein - Mensch, oder Tyrann?

VI.
Die Strahlen der Sonne ziehen vorbei,
Sie folgen den Bahnen geschwinde und frei,
Verlassend die Erde und fliegend ins All,
Gedenkend zurück an den blau- weißen Ball,
Erinnernd sich bald seiner glücklichen Zeit,
Doch sie sind entflohen - er ist schon zu weit.
So endlos verfließet die scheinbare Zeit,
Kann prägen und formen, was uns Wirklichkeit,
Stets formend die Erde und gebend Gesicht
Dem Menschen, der suchet das ewige Licht,
Den Pflanzen und Tieren,
Die schmuckvoll gar zieren
Den dritten Planet;
Und die Zeit vergeht.
Doch sollt' zu vergehen sie scheinen zu schnell,
Und strahlt einst die Sonne in Zukunft nicht hell -
Auch sie unterlieget dann einem Gericht,
Das sorgfältig wieget Gewicht um Gewicht.
Gar lieb'voll betrachtet der Schöpfer sein Werk,
Stets denkend mit Tränen zurück an den Berg,
Auf dem einst geopfert für uns ward' sein Sohn,
Zu helfen der Menschheit hin zum ew'gem Thron. ---
Geboren einst, um die Natur zu behüten,
Die liebend dem Menschen kann alles doch bieten,
Ist dieser bestimmt zu beherrschen die Erd',
Soll stetig errichten den eigenen Herd,
Zu schützen, was einst ward' geschaffen und währt,
So daß stets der Name des Schöpfers geehrt,
Soll'n wir ja erhalten den dritten Planet,
Der wahrhaft und stetig im Weltall sich dreht.



PJK
April 12th, 1999







Phil John Kneis:
PROGRESSIO - EVOLUTIONEN III:
TRÄUMEN UND STREBEN
Friedrichroda, October 3rd, 1996 - P#30

I.
In der Stille des Weltalls herrschet die Nacht,
Die Klarheit der Schöpfung stets ist bedacht
Zu wahren die Einheit
Und schützen die Reinheit
Der ersten Gedanken.
Nichts kommt so ins Wanken,
Unendlich bestehet
Und doch stets vergehet
Des Alls klare Pracht
Von finsterer Nacht
Und glänzenden Sternen,
Die stets erwärmen
Planeten, die ziehen
Und rastlos sie fliehen
Durch Raum und Zeiten.
Gesetze leiten,
Formen und geben
Dem Streben Leben
In neuer Gestalt.
Erhitzt wird, was kalt,
Zerstört, was besteht,
Belebt, was vergeht.
Ein ständiges Drängen,
Ein Brennen und Sengen
Das Universum erhält,
Und doch: Es zerfällt,
Nur, um schöner zu werden
Und mit besseren Erden
Das Leben zu stärken
Zu besseren Werken.

II.
Der Planeten Meere
Einst endlose Leere
Nun ist erfüllt:
Das Leben quillt
Allhier hervor.
Es hält kein Tor
Seinen Einzug auf:
Begonnen der Lauf
Der Zeiten des Lebens,
Denn nichts ist vergebens
Und alles vereint,
Auch wenn es erscheint
Dem Menschen ein Ziel,
Zu zählen viel:
Er ist doch nicht mehr,
Er wünscht es zwar sehr,
Er ist nur ein Teil
Und seine Verweil'
Auf Erden gezählt.
Doch ist er erwählt,
Auf Erden zu sehen
Und bald zu verstehen:
Vom Staube er kann,
Und Staub wird er dann
Im Ende auch sein.
Sein Geist ist's allein,
Was einzig ihn macht -
Doch oft er verlacht
Und zu oft vergißt,
Wes Kind er ja ist.

III.
Inmitten der Zeiten
Von Kämpfen und Streiten
Ist an Ruh' nicht zu denken,
Stets bleibt nur zu lenken,
Stets nur zu träumen,
Nichts zu versäumen.
Kein Weg ist zu steil,
Zu dünn ist kein Seil,
Doch Haben ist alles,
Gerechnet des Falles
Des anderen stets.
So trotz des Gebets
Die Ruhe nicht währt,
Das Recht wird verkehrt,
Das Unrecht geadelt,
Proteste getadelt
Und selten bedacht,
An Ruhm stets gedacht
Und Unrat gesät.
Doch alles vergeht:
So endlich die Wahrheit
Und mit ihr die Freiheit
Sind höher geschätzt,
Und wer nur verletzt
Des Menschen Essenz,
Den ja verbrennt's.
Schwäche und Stärke
Gehen zu Werke
Im Menschen und geben
Den Willen zu leben.

IV.
Doch sieh' nicht die Kleinheit
Und sieh' auf die Einheit
Der menschlichen Taten -
Es gibt ja kein Warten,
Stets ist es Wissen,
Das wir nicht missen,
Und es wird uns erhalten,
Wie auch immer wir walten
In unseren Zelten
Auf unseren Welten.
Verlust ist in allem,
Auch Sieg läßt uns fallen.
Wir wollen ja lernen
Und greifen nach Sternen,
Die fern und doch nah,
Ein' leuchtende Schar
Und allzeit ein Ziel.
Verlier'n wir auch viel,
Es bleibet die Hoffnung,
In tiefer Vernichtung,
In mächtiger Pein
Selbst stark noch zu sein,
Ist, was uns erhält.
Doch nichts davon zählt,
Wenn nicht wird bedacht,
Wer alles gemacht.
Die mächtigsten Worte
Entstammen dem Orte,
Den kein Mensch gesehen
Und nie wird verstehen.

V.
Durch Menschen vernichtet,
In Kriegen verrichtet,
Ängste geschürt,
Krieger verführt
Zu folgen der Bahn,
Der folgt nur der Wahn
Der Zeiten des Sterbens,
Des größten Verderbens.
Unzählige Wesen
Sind längst verwesen
Auf Plätzen des Mordens
Des Südens und Nordens,
Im Westen und Osten.
Allzeit schien zu kosten
Das Blut eine Zier,
Das grausamste Tier
Auf Erden zu sein,
Läßt stets uns nur schrei'n
Und flehen uns an,
Zu sehen, wer kann
Ein Ende bringen
Und Glück erzwingen,
Verrat verdecken,
Die Schuld verstecken,
Die Wahrheit quälen
Und falsches wählen.
Bewußt ist dies alles,
Doch taub jenes Schalles
Sind wir zu immun,
Das Beste zu tun.

VI.
In der Grellheit der Erde herrschet die Nacht,
Die Klarheit der Schöpfung stets wird verlacht,
Verfluchet die Einheit,
Bezwungen die Freiheit
Der Menschen Gedanken.
Sie kommen ins Wanken
Und glauben, allein zu steh'n,
Sie fürchten, allein zu geh'n.
Aus Furcht wächst Gefahr,
Die allein niemals war
Und alles zerstören kann,
Doch einer ja bricht den Bann:
Im Schöpfer ist alles klar,
Nichts bleibt, wie es vorher war,
Am Ende der Erde
Zum Tempel sie werde
Für seine Gestalt
Und sein' Herrlichkeit.
Alles ist nichtig,
Verflossen und flüchtig,
Wenn ohne Substanz es bleibt,
Gefangen stets in der Zeit.
Im Wort nur ist Leben,
Im Wort nur ist Streben,
Das Wort nur kann geben,
Sein Wort nur kann weben
Der Welten Verband.
Nur sein starke Hand
Läßt uns sicher sein:
Wir sind nie allein.



PJK
April 12th, 1999





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